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Tagungsbericht der Eröffnungsveranstaltung ZOR

Montag, 07.12.2020

Tagungsprogramm

Am 4. Dezember 2020 fand an der Universität Graz die Eröffnungsveranstaltung des Zentrums für osteuropäisches Recht (ZOR) statt, welche in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Ukrainischen Juristenvereinigung (DUJV e.V.) ausgetragen wurde. Obgleich diese Veranstaltung in Zeiten von Corona überwiegend im Online-Format und ohne Präsenzpublikum ihre Abhaltung fand, wurde sie dennoch ihrem Titel – „Reformen des ukrainischen Rechts: Aktuelle Entwicklungen“ – sowie ihrem internationalen Charakter gerecht.

Den Auftakt bildeten Eröffnungs- sowie Begrüßungsworte von Dekan Univ.-Prof. Dr. Christoph Bezemek, ZOR-Leiter Univ.-Prof. DDr. Bernd Wieser sowie Dr. Rainer Birke (Vorsitzender der DUJV). In seiner Willkommensnote betonte Dekan Bezemek die Signifikanz der rechtsvergleichenden Forschung an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Graz und hob hierbei ganz besonders die Rolle des ZOR hervor. Professor Wieser erläuterte hierzu in seinen Begrüßungsworten sowohl den methodischen als auch geographischen Schwerpunkt des Zentrums, wobei er besonders auf bereits finalisierte Projekte wie die „Flaggschiffpublikation“ des Handbuchs der russischen Verfassung verwies.

Danach folgte der Gastvortrag der Tagung zum Thema „30 Jahre nationale Rechtsordnung der Ukraine – eine Bilanz“, für welchen die Organisatoren mit Prof. Dr. Otto Luchterhandt (Professor Emeritus der Universität Hamburg) den „Doyen“ der deutschen Ostrechtsforschung gewinnen konnten. In seinem Vortrag ließ Prof. Luchterhandt über die letzten Jahrzehnte der Rechtsentwicklung in der Ukraine kritisch Revue passieren und problematisierte vor allem jene Eigenschaften der Rechtskultur des Landes, die bis heute als Hemmschuh fortwirken und dabei den Wert der Rechtsstaatlichkeit verkennen: darunter Buchstabentreue zum Gesetz, obrigkeitsstaatliches Denken sowie kompromisslose Machtorientierung der politischen Eliten.

Nach diesen spannenden Ausführungen schritt die Konferenz zu ihrem nächsten zentralen Tagesordnungspunkt, der Präsentation des Buches Einführung in das ukrainische Recht. Unter der Herausgeberschaft von Bernd Wieser sowie Yaroslav Lazur (Dekan der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Nationalen Universität Ushgorod) und Oleksandr Bilash (ebenfalls Nationale Universität Ushgorod) entstand im Verlag C.H. Beck eine Gesamtdarstellung des ukrainischen Rechts, seiner Grundlagen und seiner Geschichte in systematischer Darstellung. Unter der Koordination von Professor Wieser ist es gelungen, in kompakter und gut lesbarer Weise die bislang einzige Gesamtdarstellung des ukrainischen Rechts in deutscher Sprache sowohl für Rechtswissenschaftler als auch Praktiker zugänglich zu machen.

Hiernach wurde das Zepter an Dr. Rainer Birke überreicht, der resolut den zweiten Hauptteil der Konferenz moderierte: die nicht weniger als 23 Vorträge im Rahmen der Jahrestagung der DUJV. In fünf verschiedenen thematisch geordneten Panels traten – online zugeschaltet – Rechtswissenschaftler und Praktiker aus der Ukraine, Deutschland und Österreich auf und boten – obgleich dieser Teil der Tagung in recht komprimierter Form verlief – den Teilnehmern sowie Zuhörern die Gelegenheit, sich mit diversen hochaktuellen Rechtsfragen der Ukraine auseinanderzusetzen.

Nach dieser tour d’Horizon durch die verschiedensten Rechtsbereiche sowie Rechtsfragen der Ukraine kam die Tagung mit Abschlussworten von ZOR-Leiter Univ.-Prof. DDr. Bernd Wieser zu ihrem Ende. In seinen Ausführungen bedankte sich Professor Wieser bei allen Teilnehmern und strich nochmals hervor, dass das ZOR für die Zusammenarbeit in gemeinsamen Forschungsinitiativen über die Grenzen Österreichs hinweg stets offen ist.

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